Willy Streckeisen ist verstorben

streckeisen_willysw200px.jpgUnser ehemalige Präsident, Willy Streckeisen, ist am 13. April vertorben. Ein engagierter Kämpfer ! Ein kurzer Lebensabriss von Alexis Corthay (Uebersetzung Ulrike Minkner, Uniterre). 

 

Willy Streckeisen hat uns am 13. April 2023 im Alter von 93 Jahren verlassen. Mit ihm ist eine Persönlichkeit der Westschweizer Landwirtschaft von uns gegangen. Der aus einer Bauernfamilie im Kanton Basel stammende Willy Streckeisen widmete den Großteil seiner Kräfte im Dienste der Landwirtschaft in Genf. Er trat als Berater in die Association Genevoise des Centres de Techniques Agricoles (AGCETA) ein und sollte bald deren Direktor werden, bevor er an die Spitze der bäuerlichen Interssenvertretung berufen wurde. Als Direktor der Genfer Landwirtschaftskammer etablierte er sich als eine der Säulen der notwendigen Überlegungen zur Rolle der Landwirtschaft in unserer Gesellschaft und gewann durch die Qualität seiner Urteile und seine Offenheit die Wertschätzung aller. Wie einer seiner damaligen Präsidenten, John Dupraz, in seiner schönen Würdigung bei der Abschiedszeremonie betonte, war er das Gewissen der Genfer Landwirtschaft. Willy Streckeisen hatte neben seinen grossen Fähigkeiten auch einen Sinn für Menschen, der durch das Zuhören anderer und durch seine natürliche Neugier geprägt war, aus allen Informationsquellen, Literaturen und Kunstformen zu schöpfen, um die Welt, in der er lebte, besser zu verstehen. Sein Ehrgeiz als Mensch war am bedeutendsten in der Aufmerksamkeit für die Schwächsten und in der Sorge um die am meisten Benachteiligten. Aus diesem Grund engagierte er sich neben seinen beruflichen Verpflichtungen auch für die Organisation der Schweizer Berghilfe. Ein Amt, das er weit über das Rentenalter hinaus ausfüllen sollte.

Er hatte sich auch dem Europäischen Bürgerforum angeschlossen, einer Gewerkschaftsorganisation, die für menschenwürdige Lebensbedingungen für Landarbeiter*innen und insbesondere in den Gemüsefabriken unter den Kunststoffen von El Eljido und Huelva in Andalusien kämpfte. Er hatte seinen Präsidenten John Dupraz und die Verantwortlichen der grossen Einzelhandelsunternehmen überzeugt, sich u.a. mit Raymond Getaz, Noé Graf und Philippe Sauvin und unter der Leitung der örtlichen Gewerkschaftsfunktionäre vor Ort ein Bild zu machen.

Er hat sich immer mit der von Uniterre vertretenen Vision identifiziert und sich sogar für gemeinsame Aktionen mit Uniterre engagiert, indem er ihr eine Besonderheit zuerkannte, die für die allgemeine Debatte über die Landwirtschaft notwendig ist. Longo Maï war ihm auch durch ihren Ansatz und die Art und Weise, wie sie die landwirtschaftliche Problematik in ihrer sozialen und politischen Dimension begreifen, aufgefallen. Im Dienste eines Entwicklungsprojekts in der Casamance im Senegal endete sein unermüdlicher Einsatz.

Als nüchterner, massvoller Mann mit einer Ausstrahlung, die von all jenen geschätzt wurde, die das Glück hatten, ihn zu kennen und an seiner Seite zu arbeiten, war er für die Landwirtschaft in der Westschweiz eine wichtige Persönlichkeit seiner Zeit. Wir sprechen seiner Familie unseren Dank und unsere aufrichtige Anteilnahme aus.